Digitale Fertigung gegen Corona

Das Open Lab Hamburg der Helmut-Schmidt-Universität und das Fab City Hamburg Konsortium unterstützen in der Corona-Krise mit 3D-gedruckten Schutzvorrichtungen. In einem ersten Schritt werden Gesichtsschilde und Türöffner produziert. Eine Atemmaske wird getestet.

Mit der Corona-Krise gehen Engpässe von Produkten zum Schutz vor einer Ausbreitung der Infektionen einher, wie zum Beispiel Gesichtsschilden. Mit konventionellen Produktionsmethoden und globalen Lieferketten kann der Bedarf kaum gedeckt werden. Innovative Lösungen sind gefragt. Digitale Fertigung liefert bereits einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie, weil Produktionspläne (Dateien) unter quelloffenen Lizenzen (open source) gobal in Echtzeit geteilt werden können. Mit einem 3D-Drucker kann beispielsweise sehr leicht ein Gesichtsschutz gefertigt werden. Das Open Lab Hamburg an der Helmut-Schmidt-Universität hat bereits mit der Produktion begonnen.

Open Lab Hamburg – CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/

Serienproduktion des Gesichtsschutzes

Hier findet ihr die Dateien zum digitalen Fertigen des Face Shields.

Unterstützung zur Herstellung von Produkten zum Schutz vor der Exposition mit Viren erfolgt zudem von lokalen Partnern aus dem Fab City Hamburg Konsortium [Link: http://fabcity.hamburg/]. Unterstützt von der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation [Link: https://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/12733646/2019-06-27-bwvi-fabcity-hamburg-konsortium/] wird innerhalb des Fab City Hamburg Konsortiums seit Sommer letzten Jahres, initiiert von Benedikt Seidel und Dr.-Ing. Tobias Redlich vom Laboratorium Fertigungstechnik der Helmut-Schmidt-Universität unter der Leitung von Prof.-Ing. Dr. Jens Wulfsberg, an der Verbreitung und Weiterentwicklung digitaler Fertigungsmethoden gearbeitet. Aus dem Netzwerk hat sich jetzt bereits die Hamburger 3Dstrong GmbH [Link: https://www.3dstrong.de/] der Fertigung der Gesichtsschilde angeschlossen und wird bis zum Ende dieser Woche circa 200 Stück fertigen.

Zudem entwickelt das Open Lab eine Maskenpresse. Bereits am 27.03. wurde der proof of concept erreicht (siehe Bilder untern).

Ein weiteres nützliches Produkt aus dem 3D-Drucker ist ein Türöffner. Er ermöglicht es, Türen ohne Benutzung der Hände mit dem Unterarm zu öffnen und wurde bereits von der Precious Plastic Hamburg-Initiative (ebenfalls Teil des Fab City Hamburg Konsortiums) [Link: http://precious-plastic-hamburg.de/] getestet und gefertigt.

Precious Plastic Hamburg – CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/

Precious Plastic Hamburg – CC BY-NC-ND 4.0 https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/

Außerdem steht das Open Lab Hamburg der Helmut-Schmidt-Universität aktuell mit überregionalen Experten der additiven Fertigung in kontinuierlichem Austausch darüber, welche Maßnahmen mit den vorhandenen Kompetenzen in der gegenwärtigen Krise zielführend unterstützen und wie die Kräfte sinnvoll gebündelt werden können. Als Atemmaske wird eine abgewandelte Form eines Schnorchels im Open Lab getestet. https://www.isinnova.it/easy-covid19-eng/ 

Die Europäische Kommission hatte lokale Produktionsstätten aufgerufen, in der aktuellen Krise mit Krankenhäusern zusammenzuarbeiten und diese mit 3D-gedruckten Produkten zum Infektionsschutz zu beliefern. Koordiniert werden die Gespräche dahingehend von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH.

An dieser Stelle möchten wir ebenfalls das Projekt CAROLA empfehlen. Das Team aus Makern und Unternehmen produziert in Berlin quelloffene Container, die Maskenproduktionslinien beinhalten. Wir hoffen, diese Container bald in Hamburg replizieren zu können.

Container des Projektes Carola

Insofern könnte die Corona-Krise ein Umdenken bewirken. Die Vorzüge digitaler Fertigung wird von mehr Entscheidern in Politik und Wirtschaft erkannt. 

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